Prof. Dr. Wilhelm Altmann (deutscher Historiker und Bibliothekar) über den Komponisten Robert Ebel Der Zufall spielte mir kürzlich ein ziemlich umfangreiches Musikheft in die Hände, den "Hieronymus Lorm-Zyklus" von Robert Ebel. Op.6 (Verlag Eisold & Rohkrämer, Tempelhof-Berlin). Nicht weniger als 19 Lieder waren darin vereinigt, die übrigens auch in einer Einzelausgabe vorliegen. Von vornherein war mir klar, dass nur ein ernst angelegter, mit tiefem Gemüt begabter, poetisch fühlender Musiker sich gerade diese Texte zur Komposition gewählt haben kann. Je mehr ich mich aber in diese Liedersammlung vertiefte, desto mehr kam ich zu der Überzeugung, dass ihr Autor sie nur aus innerstem Drange, aus wahrem Herzensbedürfnis geschaffen haben müsste. Jedenfalls hat er die richtigen Töne für die oft ja recht wehmutsvollen Texte des Dichters gefunden. Das muss man auch anerkennen, selbst wenn man mit Einzelheiten der Auffassung nicht ganz einverstanden ist oder manches gequält und mühselig findet. Offenbar ist Ebel, der diesen Zyklus schon 1909 herausgegeben hat, als er ihn schuf, noch vielfach ein Ringender gewesen. Veröffentlicht lag von ihm noch ein Heft "Wanderlieder" Op.5 vor, dessen nähere Bekanntschaft zu machen sich auch lohnt.

Daß Robert Ebel ein wirklicher Tondichter ist, dass er zu der großen Masse, der auf äußere Erfolge Bedachten, rasch ohne inneren Antrieb produzierender Tonsetzer nicht gehört, lässt sich aus dem Klavierstück deutlich erkennen, dass mit Bewilligung des Verlags Eisoldt & Rohkrämer hier veröffentlicht werden darf. Es eröffnet eine Serie "Kurzer Klavierstücke", die Ebel vor wenigen Tagen als Op.7 herausgegeben hat. Alle diese zehn Stücke, die zum Teil übrigens ebenso wie die Begleitung zu dem "Lohnzyklus" den Klavierspielern keineswegs leichte, aber stets interessante Aufgaben zuweisen, stehen inhaltlich hoch über der gewöhnlichen Klavier Literatur und weisen stets eine persönliche Note auf. In ihnen gibt sich der Komponist auch schon freier, um nicht zu sagen innerlich gefestigter, als in dem "Lormzyklus", seine Lebensauffassung ist nun auch nicht mehr eine einseitig schwermütige, vielmehr kommt ein gewisser Frohsinn und Humor gelegentlich in durchaus gewinnenender Weise zum Durchbruch, sodass sich diese kurzen Klavierstücke sicherlich einen viel größeren Freundeskreis gewinnen werden, als der Tief ernste "Lormzyklus", der auch nur von wirklichen Vortragskünstlern völlig erschöpfend zu Gehör gebracht werden kann.

Über den Lebenslauf Ebels ist nur wenig zu sagen. Geboren ist er 1874 in Berlin, wo sein Vater königlicher Kammermusiker (Fagottist) war. Er verlor ihn schon mit 3 ½ Jahren und wurde von seiner Mutter erzogen, die ganz schroff seinen musikalischen Neigungen entgegentrat, obwohl an seinem Talent kein Zweifel war, da er, ohne Klavierunterricht gehabt zu haben schon frühzeitig ganz von selbst Kompositionsversuche unternahm. Seine sehr sensible Natur litt außerordentlich unter dieser musikalischen Abneigung seiner Mutter, die es aber doch zuließ, dass er nach seiner Konfirmation wenigstens in einer Musikalienhandlung zur kaufmännischen Ausbildung eintrat. Erst nach dem Tode seiner Mutter, als er schon alt war, konnte er das Klavierspiel erlernen. Noch vier Jahre blieb er als Gehilfe in dem Musikaliengeschäft, dann aber machte er sich frei, um ganz der Musik zu leben. Seinen Lebensunterhalt musste er freilich zunächst sehr kümmerlich durch schlecht bezahlte Stunden fristen, aber mit eisernem Fleiß studierte er bei Wilhelm Zeiss, einem Schüler Friedrich Kiels, Theorie und bei Phillip Scharwenka Klavier, um sich durchsetzen zu können. Wenn er auch heute noch ziemlich weit, wenigstens als Komponist, von diesem Ziel ist, das zu erreichen für ihn gesetzt ist, der auch heute noch höchst sensibel ist und abseits von der Heerstraße seiner Gedankenwelt lebt, so hat er doch, seitdem er Lehrer an dem bekannten Konservatorium Klindworth-Scharwenka (Klindworth) ist, sich nicht mehr durchzuhungern, wie in den ersten Jahren, nach dem er dem kaufmännischen Beruf Valet gesagt hatte.

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